Systematik Unterklasse:
Rosenähnliche (Rosidae)
Familie:
Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie:
Kernobstgewächse (Maloideae)
Gattung:
Quitte
Art:
Echte Quitte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Cydonia Mill.
Wissenschaftlicher Name der Art
Cydonia oblonga Mill.
Die Quitte
(Cydonia oblonga) ist die einzige Art der Gattung Cydonia, die zur Unterfamilie Kernobstgewächse (Maloideae) der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört. Die Quitte verdankt ihren Namen botanisch-wissenschaftlich wie auch in unserem Sprachgebrauch der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania, im Nordwesten der Insel Kreta. In Armenien und im Iran wächst die Quitte wild.
Die Quitte ist außerdem Namensgeber für die Marmelade (von portug. marmelo für Quitte, aus dem griech. melimelon „Honigapfel“).
Beschreibung
Die Quitte blüht nur in einem kurzen Zeitraum im Mai und Juni und hat weiße bis zartrosafarbene Blüten. Die Blütenblätter sind zwei bis fünf Zentimeter lang.
Auch die Frucht heißt Quitte. Im Aufbau ähnelt sie Äpfeln oder Birnen (daher die beiden Zuchtformen Apfelquitte und Birnenquitte). Sie gehört zu den letzten Früchten im Saisonkalender und wird im Spätherbst, also normalerweise Anfang bis Mitte Oktober geerntet.
Inhaltsstoffe
Die Samen enthalten Schleimstoffe, giftiges Cyanid-Glykosid und fettes Öl. Die Quittenfrucht selber enthält sehr viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Gerbstoffe, Gerbsäure, organische Säuren, sehr viel Pektin und Schleimstoffe.
Verwendung als Lebensmittel
Quitten sind für den Rohverzehr im Allgemeinen nicht geeignet, da sie sehr hart und durch die Gerbstoffe bitter sind. Der Geschmack gekochter Quitten ähnelt dem von gekochten Äpfeln oder Birnen.
Die Ernte erfolgt am besten im nicht zu reifen Zustand, da sonst das in den Früchten enthaltene Pektin zunehmend abgebaut ist; am sinnvollsten ist als Erntezeitpunkt die Phase, in der die Farbe der Früchte von grün nach gelb umschlägt.
Aus der Quitte kann man Marmelade, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee (Quittenkäs), Likör oder Schnaps herstellen.
Verwendung als Heilpflanze
Der griechische Arzt Hippokrates empfahl Quittenzubereitungen gegen Durchfall und Fieber. Der römische Arzt Galen setzte Quittensaft zur Stärkung des Magens ein.
Quittentee (Quittenkerne mit frischem Wasser aufkochen, auf kleinem Feuer 5 Minuten köcheln lassen und dann abseihen) soll bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Mundgeruch helfen.
Lässt man die Quittenkerne mit wenig frischem Wasser einkochen, entsteht der sogenannte Quittenschleim, der äußerlich aufgetragen bei Entzündungen und Wunden, so auch bei rissiger Haut und Sonnenbrand helfen soll, innerlich bei Magen- Schleimhautentzündungen, Halsweh, Husten oder Bronchitis.
Eine Schale Quittenmus (Die Quitten mit den gereinigten Schalen zu Mus kochen und möglichst wenig zuckern) vor jeder Mahlzeit soll gegen Gicht helfen. Das korrespondiert wohl mit der Angabe, dass Quitten einen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben sollen.




